Ein Schreiben aus dem Tudor-London.
Ausgabe März 2026 ✦ ✦ ✦London liegt im Nebel. Und ich zwischen zwei widerspenstigen Kapiteln.
Margret hat mich diese Woche beinahe in den Wahnsinn getrieben. Statt des ruhigen Gesprächs, das ich geplant hatte, steht sie nun auf einem Boot an der Themse und diskutiert mit einem Ratsherrn. Ich weiß nicht mehr, ob ich sie oder sie mich schreibt.
London im Jahr 1551 war kein Ort für Frauen mit Plänen. Aber Margret hat das nie interessiert.
Mehr über die Tudor-Reihe → Leseproben →Bei der Recherche für Band 4 bin ich auf ein unscheinbares Rechnungsbuch von den Londoner Docks gestoßen. Immer wieder taucht darin ein Frauenname auf – ohne Titel, ohne Erklärung. War sie Händlerin? Witwe? Strohfirma für einen Mann, der nicht in Erscheinung treten wollte?
Solche Randnotizen sind es, die mich stundenlang im Archiv halten. Geschichte flüstert nicht aus Thronsälen – sie flüstert aus Buchhaltung.
„Geschichte besteht nicht nur aus Königen – sie flüstert in Randnotizen."
Diesmal keine Fachliteratur, sondern ein Zufallsfund: eine Dokumentation über die Londoner Themse als Wirtschaftsader des 16. Jahrhunderts. Was mich überrascht hat: Badeschiffe galten nicht nur als Wellness-Einrichtung, sondern als sozialer Treffpunkt – und gelegentlich als Deckmantel für ganz andere Geschäfte.
Hier Ihre eigene Empfehlung eintragen – ein Buch, eine Doku, ein Museum, ein Podcast.
Ein Besuch im Badehaus kostete einen Penny – für Diskretion zahlte man weit mehr. Aber wer durfte überhaupt rein? Und wer entschied, wer draußen blieb?
Eine Frage, auf die ich noch keine abschließende Antwort habe. Falls Sie etwas wissen – ich freue mich über jede Post.
An die Autorin schreiben →Möge die Geschichte Sie ebenso wenig loslassen wie mich.
Ihre Marlies Ernst ✦ ✦ ✦Neue Ausgabe erscheint jeweils am ersten Montag im Monat